Immer wieder fallen beim Familieneinkauf Dinge in die Hände, die mich als Designerin ansprechen oder zum Kauf verführen. Auffällig ist auf jeden Fall seit einiger Zeit die Farbe Dunkelbraun: Bei der Ladengestaltung, im Packaging, bei vielen Firmen im Corporate Design. Vor allem im Premiumbereich.
Die Fachhandelslinie Alb-Natur von Alb-Gold ist sicher das extremste Beispiel, das mich persönlich so superpur nicht unbedingt zum Kauf verführt, aber farbtechnisch den Brauntrend konsequent nutzt.
Schokokugeln und De Rit-Schokokekse dagegen haben zum Kauf und Wiederkauf verführt und sind auch innen lecker dunkelbraun. De Rit hat bereits seit vielen Jahren eine – für den deutschen Foodbereich – auffällig reduzierte, geradlinige Gestaltung. Deutlich spürt man hier den holländischen Designeinfluss. De Rit hat außerdem extrem gute Foodfotos, die sich wohltuend von der konventionellen Fotooptik bei uns unterscheiden. Fast skulptural werden die Produkte inszeniert und sehr gut ausgeleuchtet präsentiert. Dieser Purismus spiegelt dem Kunden auch Purismus und Ehrlichkeit bei der Produktqualität wider und wird seit vielen Jahren konsequent mit dem Markenbild verknüpft.
Die Rapunzelflasche ist nicht wegen ihrer Gestaltung abgebildet, sondern weil sie eines der seltenen Beispiele von Cross-Selling im Biobereich ist. Herbaria-Kräuter zum Olivenöl, gut kombiniert und so auf die Flasche aufgespendet, dass sie auch im Laden die Abläufe beim regalräumen nicht stören. So profitiert auch der Handel Cross-Selling. Hier könnten die Fachhandelsmarken viel häufiger ihre persönlichen Bekanntschaften zusammenpacken und alle von Synergieeffekten profitieren: Die Markenhersteller, der Handel, die Konsumenten.
Martina Merz von mërz punkt | der umweltorientierten designagentur in München, kommentiert das Designgeschehen im Nachhaltigkeitsbereich und stellt besonders gelungene Beispiele vor.
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Montag, 11. April 2011
Montag, 8. März 2010
Aldi weiß, was Bio-Kunden wünschen

Auch Aldi hat erkannt, dass man (Bio)Lebensmittel besser verkaufen kann, wenn persönliche Geschichten dahinter stehen. Die beiden "Fernsehköche, Walter & Sascha Stemberg, vom Haus Stemberg in Velbert, haben für Aldi-Nord eine Gewürz-Serie aufgelegt. Verschiedenste Gewürzmischungen ... werden in dekorativen Gewürzdosen ... in den Filialen von ALDI-NORD angeboten. Auf den einzelnen Dosen findet man, neben dem Konterfei der Stembergs, Anregungen zur Verwendung der unterschiedlichen Gewürzmischungen. Eine weitere Besonderheit der dekorative Blechdosen: Die edlen Gewürze, allesamt in Bio-Qualität, sind hier licht- und luftdicht gut aufbewahrt." (aus der Pressemitteilung Haus Stemberg.)
Bisschen Dose, bisschen schräg gestellt, Farben der Welt, Handschrift und 2 echte Chefköche. Das Rezept ist so simpel!
Liebe Bio-Hersteller, es tut mir in der Seele weh zu sehen, wie die Konventionellen den Markt analysieren, schauen, was Trend ist, was profitversprechend ist und es dann einfach zielgerichtet umsetzen. Warum trauen sich das die Pioniere nicht, warum zögern sie so lange, obwohl sie doch so oft immer noch die gedanklichen Vorreiter sind? Oder warum agieren sie so selten mutig. Wie Herbaria in diesem Falle als Erfolgs-Vorbild? Oder warum TUN sie es nicht?
Das gleiche Phänomen bei der Verpackungsstudie Naturkosmetik: Wer fragt bei uns in erster Linie an, um das Wissen aus der Studie zu kaufen? Die Konventionellen aus Paris, Hamburg, Düsseldorf. Manchmal ist es wirklich zum Heulen...
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